Rasen

Was versteht man unter „Rasen“?

Der Begriff „Rasen“ bezeichnet eine dicht gewachsene , meistens aus kurz geschnittenen Gräsern bestehende Pflanzendecke, die nicht einer landwirtschaftlichen Nutzung unterliegt.

War es in früheren Jahrhunderten vorwiegend dem Adel vorgehalten, Rasenflächen in Gärten anzulegen, wird Rasen heutzutage überall angepflanzt, d.h. in öffentlichen  Anlagen wie Parks, Liegewiesen usw., in Wohnsiedlungen, auf Park- und Spielplätzen, in Sportanlagen  sowie letztendlich in fast  jedem privaten Garten. Rasenflächen sind für die Menschen Orte des persönlichen Wohlfühlens, sie verbessern die Lebensqualität  und bringen ein Stück Natur in die moderne, teilweise zu sehr kultivierte und zubetonierte  Lebenswelt. Daneben reinigt Rasen die Luft, reguliert die Temperatur, reduziert den Lärm und verhindert Bodenerosion.

Empfehlenswert ist, vor Anlage einer Rasenfläche den Standort zu untersuchen.  Rasengräser benötigen meistens einen leicht sauren, verhältnismäßig nährstoffreichen Boden. Außerdem sind fast alle Rasengräser sehr lichtbedürftig, d.h. liegt die Fläche im Schatten, muss das berücksichtigt werden.

Neben dem Standort ist wichtigstes Kriterium für die Wahl der richtigen Rasenmischung die künftige Nutzung des Rasens:

  • Sportrasen. Entscheidend für den Sportrasen sind funktionale Aspekte, d.h. Widerstandsfähigkeit und Regenerationskraft. Der optische Aspekt ist zweitrangig. Moderne Sportrasen sind häufig Rollrasen.

  • Spielrasen. Der Spielrasen ist dem Sportrasen sehr ähnlich. Auch er ist   strapazierfähig und muss dabei mindestens einer mittleren Belastung standhalten. Dabei ist er recht pflegeleicht. Eingesetzt wird er auf Spielplätzen, Liegewiesen, Parkanlagen und in privaten Gärten, insbesondere, wenn Kinder vorhanden sind.

  • Englischer Rasen (Zierrasen). Als englischen- oder auch Zierrasen bezeichnet man eine dichte, sattgrüne Grasnarbe aus feinblättrigen Gräsern, die teppichartig wirkt. Es handelt sich um ein Repräsentationsgrün, das seinen Ursprung in England hat (deshalb der Name). Für diese Rasenart muss ein hoher Pflegeaufwand getrieben werden, d.h. häufiges Rasenmähen (max. 2,5cm Rasenhöhe), gute Bewässerung und spezielle Rasendüngung. Die Belastbarkeit des Rasens ist verhältnismäßig gering.
  • Rollrasen. Rollrasen (auch Fertigrasen genannt) ist keine Rasenart im eigentlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich meistens um bestimmte Graszüchtungen (Sportrasen, Zierrasen), die als gerollte Grassoden zum Einsatz kommen. Die Soden müssen nur ausgerollt und angedrückt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass der Untergrund vorgewässert, von Steinen befreit und eben ist. Die spätere regelmäßige Bewässerung des Rasens sorgt dafür, dass dieser gut und verhältnismäßig schnell anwächst.

Rollrasen kann man sofort nach der Verlegung betreten, jedoch sollte eine stärkere Belastung erst nach einigen Tagen erfolgen. Die Kosten für Rollrasen sind selbstverständlich höher als für Rasensaat. Pro Quadratmeter muss man  4 bis 10 Euro rechnen, je nach Rasensorte und Anbieter.

Neben den vorgenannten, am häufigsten vorkommenden Rasenarten gibt es noch einige spezielle für Sonderbereiche:

  • Golfrasen. Beim Golfrasen wird ein einwandfreier Bodenbelag erwartet, der nicht nur optisch sondern auch hinsichtlich der Bespielbarkeit perfekt ist. Er muss also robust und widerstandsfähig sein und muss sich verhältnismäßig schnell wieder regenerieren. Um dieses zu erreichen, muss täglich eine Menge Zeit und Energie (und natürlich Geld) in die Pflege der Grünflächen investiert werden.
  • Schattenrasen. Während normaler Rasen sehr viel Licht braucht, kann Schattenrasen auch an dunkleren Stellen ohne direkte Sonneneinstrahlung gedeihen. Schattenrasen ist unempfindlicher gegen Moose u.ä. und wird häufig unter Büschen und Bäumen sowie an der schattigen Nordseite von Gebäuden gepflanzt.
  • Schotterrasen. Für wenig befahrene Flächen wie z.B. Feuerwehrzufahrten, Garagenauffahrten, Abstellplätze oder Parkplätze wird häufiger Schotterrasen verwendet. Dies ist eine kostengünstige, ökologisch sinnvolle  Alternative zu Rasenpflaster und Rasengittersteinen. Voraussetzung ist allerdings eine darunter eingebaute Schottertragschicht.
  • Parkplatzrasen. Ähnlich wie Schotterrasen zielt der Parkplatzrasen darauf ab, die natürliche Versickerung von Regenwasser zu ermöglichen, d. h. Voraussetzung ist ein durchlässiger Boden. Dieser Rasen ist eine ökologisch sinnvolle Alternative zu anderen Verbauungen.

Eine Alternative zu dem verhältnismäßig viel Arbeit machenden üblichen Rasen sind die

  • Blumenwiesen-Mischungen  (Bunte Wiese). Empfehlenswert ist es zwar, eine Blumenwiese gleich in die Neuplanung eines Gartens mit einzubeziehen, jedoch auch eine nachträgliche Verwandlung eines Rasens in eine Blumenwiese ist möglich. Neben Wildblumenmischungen eignen sich auch einjährige, sich selbst wieder aussäende Gartenblumen. Aber auch oft als Unkraut bezeichnete Pflanzen finden hier ihre Verwendung. Wichtig: Auch die Blumenwiese braucht Pflege, insbesondere müssen Moose entfernt werden.

So schön ein grüner und gepflegter Rasen auch ist, er macht auch mehr oder weniger viel  Arbeit. Zur Rasenpflege gehören folgende Kriterien:

  • Mähen.  Diese Tätigkeit ist sehr wichtig und muss regelmäßig in Abhängigkeit  von der Zusammensetzung und von der Intensität der Nutzung (Belastung) des Rasens, von der Jahreszeit und von der Witterung erfolgen.  Das Mähen fördert das gleichmäßige Wachstum und verhindert das Ausbreiten von Unkraut. Wichtig ist auch die richtige Schnitthöhe. Sie ist unterschiedlich je nach Rasenart und liegt zwischen 3 cm und 8 cm.
  • Aerifizieren. Unter Aerifizieren versteht man das Belüften des Rasens. Es verbessert u.a. die Wasserdurchlässigkeit der Rasenschicht. Es gibt zwei Methoden zum Aerifizieren, das Löchern und das Schlitzen des Bodens.

  • Vertikutieren. Dabei wird der Rasen mit horizontalen Schnitten aufgelockert, es lösen sich Verfilzungen (z.B. durch Moose) und der Rasen bekommt wieder mehr Luft und Licht. Empfehlenswert ist diese Pflegemaßnahme mindestens einmal im Jahr.

  • Düngung. Neben dem Mähen ist das die wichtigste Pflegemaßnahme, denn um zu wachsen benötigt der Rasen Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium. Die einfachste Methode ist das Mulchen, d.h. das abgeschnittene Gras wird nach dem Mähen einfach liegengelassen und Bodenorganismen mineralisieren es dann. Da diese Art der Düngung nicht jedermanns Sache ist, gibt es speziellen Rasenlangzeitdünger. Diese Dünger enthalten alle wichtigen Nährstoffe im optimalen Verhältnis. Die Düngung des Rasens sollte mehrmals im Jahr erfolgen.

  • Sprengen (künstliche Bewässerung). Zur richtigen Rasenpflege gehört selbstverständlich die Bewässerung, denn nur durch Wasser wächst Rasen und trocknet nicht aus. Grundsätzlich gilt: nicht so häufig, aber dafür richtig. Dabei spielen natürlich Faktoren wie Grassorte, Standort und natürlich Wetter und Bodenbeschaffenheit eine Rolle.

  • Nachsaat. Wenn man feststellt, dass der Rasen durch negative äußere Einflüsse mehr oder weniger große ausgedünnte Stellen oder kahle Stellen aufweist, sollte nachgesät werden. Dabei ist darauf zu achten, dass das neue Saatgut farblich mit dem vorhandenen Rasen harmoniert. Auch die richtige Vorgehensweise bei der Nachsaat ist wichtig (Mähen, Vertikultieren, Säen, Vertikultieren, Sprengen).

Rasenpflege wird hautsächlich im Frühjahr und Sommer betrieben. Im Herbst wird nur noch gemäht (seltener) und evtl. Laub entfernt, damit es zu keiner Fäulnis kommt. In Ruhe gelassen wird der Rasen im Winter, er bekommt seinen „Winterschlaf“.

Grundlage für einen guten, tiefgrünen und gleichmäßigen Rasen ist die Verwendung einer Qualitäts-Saatgutmischung. Diese bekommt man u.a. im Gartenfachhandel. Es handelt sich dabei um  einzelne Gräserarten und –sorten, die ihrem Zweck entsprechend zusammengemischt worden sind. Für den Zierrasen z.B. verwendet man bevorzugt  feinblättrige Arten wie das Rote Straußgras, für strapazierfähigen Rasen das Deutsche Weidelgras usw.

Qualitäts-Saatgutmischungen bekannter Marken sind zwar preislich höher angesiedelt, jedoch bieten sie auch einige Vorteile: sie haben u.a. eine gute Schnittverträglichkeit, eine geringe Zuwachsrate, eine hohe Keimfähigkeit und Rasendichte. Besonders der letzte Aspekt trägt dazu bei, dass sich weniger Moose und Beikräuter ansiedeln können.

Ein Merkmal für gute Qualität ist die Bezeichnung RSM (Regelsaatgutmischungen) auf der Verpackung.

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